Hund abgeben — was sind meine Optionen?
Das Abgeben eines Hundes ist keine leichte Entscheidung. Hier findest du alle Optionen — von der Abgabe ins Tierheim bis zu Alternativen, die vielleicht besser passen.
Deine Optionen im Überblick
Abgabe ins Tierheim
Das Tierheim übernimmt die Verantwortung für deinen Hund und sucht aktiv nach einem neuen Zuhause. Ruf vorher an — viele Tierheime haben Wartelisten.
Tierheim findenPrivate Vermittlung
Suche selbst nach einem neuen Zuhause über Familie, Freunde oder Tierschutz-Gruppen in sozialen Netzwerken. Du kennst deinen Hund am besten.
Pflegefamilie / Tierschutzverein
Viele Tierschutzvereine vermitteln Pflegefamilien, die den Hund vorübergehend aufnehmen, während ein dauerhaftes Zuhause gesucht wird.
Beratung in Anspruch nehmen
Manchmal hilft ein Hundetrainer oder Verhaltensberater, Probleme zu lösen, die zur Abgabe führen. Viele Tierheime bieten kostenlose Erstberatung an.
Wie läuft die Abgabe ins Tierheim ab?
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Kontaktiere das Tierheim vorab telefonisch oder per E-Mail.
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Erkläre deine Situation — das hilft dem Tierheim, den Hund besser zu platzieren.
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Bringe alle Unterlagen mit: Impfpass, Chip-Nachweis, Tierarztdaten.
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Zahle ggf. eine Aufnahmegebühr (50–150 €).
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Verabschiede dich — das Tierheim übernimmt die weitere Betreuung.
Kosten bei der Abgabe — Übersicht
Checkliste: Was du mitbringen musst
Bereite diese Unterlagen und Gegenstände vor, bevor du zum Tierheim fährst. Je vollständiger deine Unterlagen, desto besser kann das Tierheim deinen Hund betreuen und vermitteln.
Wann ist die Abgabe eines Hundes gerechtfertigt?
Es gibt viele legitime Gründe, einen Hund abgeben zu müssen — und keiner davon macht dich zum schlechten Menschen. Zu den häufigsten Ursachen zählen schwere Allergien bei Familienmitgliedern, die erst nach der Anschaffung auftreten, ein Umzug in eine hundefreie Mietwohnung oder ins Ausland, der Tod des Hauptbetreuers, schwere Erkrankung oder Pflegebedürftigkeit, der Verlust des Arbeitsplatzes mit finanziellen Engpässen sowie Unverträglichkeiten mit anderen Haustieren oder Kindern. Wenn du deinen Hund abgeben musst, ist Offenheit gegenüber dem Tierheim wichtig: Je mehr das Personal über die Hintergründe weiß, desto besser kann es den Hund in ein geeignetes neues Zuhause vermitteln. Das Tierheim urteilt nicht — es hilft.
Alternativen zur Abgabe ins Tierheim — zuerst prüfen
Bevor du den Schritt ins Tierheim gehst, lohnt es sich, alle Alternativen durchzuspielen. Häufig gibt es Lösungen, die für den Hund weniger Stress bedeuten:
Private Weitervermittlung im Bekanntenkreis: Sprich Freunde, Familienmitglieder und Kollegen an. Viele Menschen möchten gern einen Hund, aber keinen Welpen. Ein erwachsener Hund mit bekanntem Wesen aus dem Vertrauen des Vorbesitzers kann sehr attraktiv sein.
Tierschutzvereine und Rasseverbände: Für reinrassige Hunde gibt es oft spezialisierte Rettungsorganisationen (z. B. Labrador-Rettung, Golden-Retriever-Rescue), die sich ausschließlich um eine Rasse kümmern und ein großes Netzwerk an Pflegefamilien haben.
Pflegefamilien (Pflegestellen): Einige Tierschutzvereine vermitteln vorübergehende Pflegeplätze, sodass der Hund in einem häuslichen Umfeld bleibt, während ein dauerhaftes Zuhause gesucht wird. Das ist für den Hund deutlich stressärmer als eine Tierheimbox.
Hundetrainer und Verhaltensberatung: Wenn Verhaltensprobleme oder Überfordere der Abgabegrund sind, kann ein erfahrener Hundetrainer oft helfen. Manche Städte bieten geförderte Beratungsangebote an.
Sozialer Notfalldienst: Wer seinen Hund aufgrund von Armut oder Krankheit nicht mehr versorgen kann, aber abgeben möchte, kann sich an Tafel-ähnliche Tierfutterbänke oder Tierschutzvereine wenden, die bei der Futterversorgung helfen.
Was passiert mit dem Hund im Tierheim?
Die Sorge darum, was nach der Abgabe mit dem Hund passiert, ist verständlich und wichtig. Seriöse Tierheime folgen dabei einem klaren Ablauf:
Aufnahmeuntersuchung: Der Hund wird zeitnah von einem Tierarzt untersucht. Fehlende Impfungen werden aufgefrischt, der Chip überprüft, der Hund entwurmt und gegebenenfalls kastriert.
Eingewöhnung: Die ersten Tage verbringt der Hund meist in einer ruhigen Box oder einem Aufnahmebereich, um anzukommen. Erfahrene Tierpfleger beobachten das Verhalten und machen sich ein Bild.
Verhaltenseinschätzung: Gute Tierheime machen ein Wesenstest oder Assessment, um zu verstehen, welche Art von Zuhause für den Hund am besten geeignet ist.
Aktive Vermittlung: Fotos, Videos und Beschreibungen werden auf der Tierheim-Website und auf Plattformen wie Tiervermittlung.de veröffentlicht. Interessenten besuchen den Hund, führen ihn aus und werden ausführlich beraten.
Nachbetreuung: Viele Tierheime bleiben nach der Vermittlung in Kontakt mit den neuen Besitzern und bieten Beratung an. Du kannst beim Tierheim nachfragen, ob du Updates über deinen ehemaligen Hund bekommen kannst.
Hund abgeben und trotzdem ruhigen Gewissens bleiben
Schuldgefühle sind nach der Abgabe eines Hundes sehr häufig. Doch es lohnt sich, die Situation aus der Perspektive des Tieres zu betrachten: Ein Hund, der in einer Situation lebt, in der er nicht ausreichend versorgt werden kann — sei es aus Zeitgründen, finanziellen Gründen oder gesundheitlichen Gründen — leidet langfristig mehr als ein Hund, der in einem Tierheim professionell betreut wird und ein neues, besseres Zuhause bekommt.
Folgende Gedanken helfen vielen Haltern:
Du hast Verantwortung übernommen — durch die strukturierte Abgabe im Tierheim statt durch Aussetzen oder Vernachlässigung hast du das Richtige getan.
Tierheime sind kein Schlechtes — moderne Tierheime haben sich in den letzten Jahren stark verbessert. Verhaltensgerechte Haltung, Beschäftigung und intensive Betreuung sind Standard in zertifizierten Einrichtungen.
Dein Hund bekommt eine zweite Chance — die meisten Hunde werden erfolgreich vermittelt. Im Tierheim lernen sie oft neue Fähigkeiten und werden gezielt auf das neue Zuhause vorbereitet.
Tierheim in deiner Nähe finden
Ruf vor der Abgabe an — Adressen, Öffnungszeiten und Kontakt aller Tierheime.
Häufige Fragen
Muss ich eine Begründung angeben, wenn ich meinen Hund abgebe?
Die meisten Tierheime fragen nach dem Grund — nicht um dich zu verurteilen, sondern um dem Hund besser helfen zu können. Es gibt keine gesetzliche Pflicht zur Begründung.
Kostet es etwas, einen Hund ins Tierheim zu geben?
Viele Tierheime erheben eine Aufnahmegebühr zwischen 50 € und 150 €, um die Kosten für Futter, Pflege und Tierarzt mitzufinanzieren.
Kann ich meinen Hund einfach beim Tierheim abgeben?
Ja, aber ruf vorher an. Viele Tierheime haben Wartelisten oder feste Aufnahmetage. Eine Voranmeldung ist fast immer notwendig.
Was passiert mit meinem Hund im Tierheim?
Der Hund wird tierärztlich untersucht, artgerecht untergebracht und auf eine Vermittlung vorbereitet. Die meisten Tierheime vermitteln Hunde aktiv weiter.
Gibt es Alternativen zur Abgabe ins Tierheim?
Ja: Pflegefamilien, Tierschutzvereine, private Vermittlung über soziale Netzwerke oder Freunde und Familie. Das Tierheim hilft dir oft auch dabei.
Kann ich den Hund später zurücknehmen?
Sobald der Hund weitervermittelt wurde, ist eine Rücknahme in der Regel nicht möglich. Wenn du dir unsicher bist, ob du den Hund dauerhaft abgeben möchtest, frage beim Tierheim nach einer vorübergehenden Pflegestelle als Alternative.
Was wenn das Tierheim keinen Platz hat?
Viele Tierheime haben Wartelisten, besonders in Großstädten. Frage parallel bei mehreren Tierheimen in deiner Region an, kontaktiere Tierschutzvereine oder spezifische Rasserettungen. Privatvermittlung über Facebook-Tiergruppen oder Plattformen wie Quoka ist ebenfalls eine Option.
Wie lange dauert es, bis mein Hund vermittelt wird?
Das variiert stark je nach Alter, Rasse und Wesen des Hundes. Junge, gesunde Hunde mit gutem Wesen werden oft innerhalb weniger Wochen vermittelt. Ältere Hunde oder solche mit Verhaltensauffälligkeiten warten manchmal mehrere Monate. Seriöse Tierheime gehen dabei keine falschen Kompromisse.
Gibt es Unterstützung, wenn ich meinen Hund aus finanziellen Gründen nicht mehr halten kann?
Ja — einige Sozialorganisationen und Tierschutzvereine helfen bei der Futterversorgung für Tiere von Menschen in finanzieller Not. In größeren Städten gibt es sogenannte Tiertafeln. Auch das Tierheim vor Ort kann oft weiterhelfen oder vermitteln.