Berlin: Eine Metropole
für Tierliebhaber

Berlin ist in vielerlei Hinsicht eine außergewöhnliche Stadt — auch
im Bereich Tierschutz. Mit über 100.000 registrierten Hunden, einer der
aktivsten Tierschutzgemeinschaften Deutschlands und dem vermutlich
größten Tierheim Europas ist Berlin ein zentraler Ort für Menschen, die
ein Tier adoptieren möchten.

Dieser Guide gibt dir einen vollständigen Überblick über alle
relevanten Einrichtungen, erklärt den Berliner Adoptionsprozess und
informiert dich über praktische Aspekte der Tierhaltung in der
Hauptstadt.


Das Berliner
Tierheim: Europas größte Einrichtung

Das Berliner Tierheim in Hohenschönhausen
(Lichtenberg) ist die Flaggschiff-Einrichtung des Berliner Tierschutzes
— und nach Angaben des Tierschutzvereins Berlin e. V. eine der größten
Tierheimeinrichtungen in Europa.

Kenndaten

Merkmal Details
Adresse Zum Tierpark 28, 10319 Berlin
Träger Tierschutzverein Berlin e. V. (gegr. 1841)
Gelände Mehr als 40 Hektar
Tiere Über 1.300 Tiere gleichzeitig
Jahresvermittlungen Über 10.000 Tiere pro Jahr
Tierarten Hunde, Katzen, Kleintiere, Vögel, Reptilien, Pferde,
landwirtschaftliche Tiere

Was das Berliner
Tierheim einzigartig macht

Größe: Mit 40 Hektar Gelände ist Platz für eine
riesige Anzahl von Tieren. Es gibt separate Bereiche für Hunde, Katzen,
Kleintiere, Wildtiere und Großtiere.

Tierklinik: Auf dem Gelände befindet sich eine voll
ausgestattete Tierklinik, die nicht nur die Tierheimbewohner versorgt,
sondern auch Notfallbehandlungen für die Öffentlichkeit anbietet.

Fundtierstelle Berlin: Das Tierheim ist die
offizielle Fundtierstelle der Stadt Berlin. Wer in Berlin ein Tier
findet, bringt es hierher.

Wildtierstation: Eine spezialisierte Abteilung nimmt
verletzte Wildtiere auf — Vögel, Igel, Füchse, Rehe — und behandelt sie
mit dem Ziel der Auswilderung.


Das
Tierheim Falkenberg: Die zweite große Einrichtung

Das Tierheim Falkenberg im Bezirk
Marzahn-Hellersdorf ist die zweite große Tierheimeinrichtung in
Berlin.

Lage: Im Nordosten Berlins, gut erreichbar mit ÖPNV
(S7, dann Bus) Besonderheiten: Spezialisierung auf
schwer vermittelbare Tiere, starke Kooperation mit Pflegestellen

Für aktuelle Öffnungszeiten und Kontaktdaten → Tierheime in Berlin im Verzeichnis


Der Adoptionsprozess in
Berlin

Schritt 1: Vorregistrierung

Das Berliner Tierheim empfiehlt eine Voranmeldung per E-Mail oder
Telefon, bevor du vorbeikommst. Du bekommst einen Überblick über aktuell
zur Adoption freigegebene Tiere und kannst einen gezielten Besuch
planen.

Schritt 2: Beratungsgespräch

Wie in jedem seriösen Tierheim wird ein ausführliches Gespräch
geführt. Besonderheiten in Berlin:

  • Das Berliner Tierheim hat speziell ausgebildete
    Adoptionsberater für verschiedene Tierarten
  • Bei Hunden mit bekannten Verhaltensauffälligkeiten wird ein
    detailliertes Profil erstellt
  • Es gibt ein Nachvermittlungsteam, das bei Problemen
    nach der Adoption hilft

Schritt 3: Kennenlernen und
Test

Bei Hunden: Kennenlernen auf dem Gelände, Gassi-Gehen mit
Mitarbeiter, wenn möglich Test mit bestehendem Haustier auf neutralem
Boden.

Schritt 4: Entscheidung
und Wartezeit

Das Berliner Tierheim nimmt sich manchmal mehr Zeit als kleinere
Einrichtungen — bis zu 2 Wochen Prüfungszeit sind möglich. Das ist kein
schlechtes Zeichen.

Schutzgebühren im Berliner
Tierheim

Tierart Schutzgebühr (ca.)
Hund (erwachsen) 200–350 €
Hund (Welpe) 280–400 €
Katze (erwachsen) 100–160 €
Geschwisterpaar Katzen 150–240 €
Kleintiere 15–60 €

Berliner
Tierschutzszene: Was Berlin besonders macht

Viele Auslandshunde in
Berlin

Berlin ist eines der Hauptziele für Auslandsrettungsorganisationen.
Besonders aus Rumänien, Griechenland, der Türkei und dem Libanon kommen
Hunde nach Berlin. Das hat Vorteile:

  • Vielfältigeres Angebot an Charakteren und Größen
  • Oft sehr gut sozialisierte Straßenhunde

Aber auch Nachteile: – Manchmal unbekannte Gesundheitsgeschichte –
Höheres Risiko für Auslandskrankheiten (Leishmaniose, Herzwurm)

Empfehlung: Bei jedem Auslandshund direkt nach der
Adoption ein vollständiges Gesundheits-Screening beim Tierarzt.

Aktive Pflegestellen-Kultur

Berlin hat eine der aktivsten Pflegestellen-Kulturen in Deutschland.
Viele Tiere — besonders Auslandshunde und Jungtiere — werden nicht im
Zwinger, sondern in privaten Pflegefamilien untergebracht. Das hat große
Vorteile:

  • Du kannst das Tier im Haushalt kennenlernen, nicht am
    Zwinggergitter
  • Die Pflegestelle kann dir sehr genaue Aussagen über den Charakter,
    die Gewohnheiten und die Besonderheiten des Tieres geben
  • Das Tier ist oft besser sozialisiert als ein reines
    Tierheimtier

Spezialisierte
Rettungsorganisationen in Berlin

Neben dem großen Stadtheim gibt es in Berlin zahlreiche
spezialisierte Vereine:

  • Tierschutz Beagle e. V. — Beagle-Vermittlung und
    Rettung
  • Rhodesian Ridgeback in Not — Rasse-Rettung
  • Straßenhunde Berlin — Focus auf Auslandshunde aus
    Problemregionen
  • Pfotenhilfe Berlin — Kleintiere und Exoten

Hundesteuer in Berlin 2025

Hund Steuersatz/Jahr
1. Hund 120 €
2. Hund 180 €
3.+ Hund 240 €
Kampfhunde Kategorie A 612 €
Kampfhunden Kategorie B 180 €

Anmeldung: Beim Bürgeramt des zuständigen Bezirks.
Berlin hat keine zentrale Online-Anmeldung — jeder Bezirk hat seine
eigene Verwaltung.

Frist: Innerhalb von 14 Tagen nach Anschaffung.

Befreiungen in Berlin: – Blindenführhunde und
Assistenzhunde: vollständig befreit – Rettungshunde in aktiven Staffeln:
vollständig befreit


Hunde in Berlin: Praktische
Infos

Hundeauslauf in Berlin

Berlin hat über 100 offiziell ausgewiesene
Hundeauslaufgebiete
im Stadtgebiet. Die größten befinden
sich:

  • Tempelhofer Feld (das größte innerstädtische Hundeauslaufgebiet
    Deutschlands)
  • Tiergarten (teilweise ausgewiesene Zonen)
  • Grunewald (großflächig, natürliche Umgebung)
  • Volksparks in jedem Bezirk

Hunde in Berliner
Verkehrsmitteln (BVG)

  • Hunde brauchen einen eigenen Fahrschein
    (Kurzstreckenticket oder Einzelfahrschein)
  • Maulkorb oder Tragetasche je nach Größe
  • Assistenzhunde fahren kostenlos und ohne Maulkorb
  • In S-Bahnen (S-Bahn Berlin GmbH): gleiche Regeln wie BVG

Ehrenamt beim Berliner
Tierheim

Das Berliner Tierheim hat ein umfangreiches Ehrenamtsprogramm:

Gassigeher: Anmeldung über die offizielle Website.
Einsatz typischerweise 2–3x/Woche für 1–2 Stunden.

Katzenpfleger: Regelmäßige Sozialisation und Pflege
der Katzen im Katzenbereich.

Wildtierhelfer: Unterstützung der Wildtierstation —
erste Hilfe und Transport.

Eventhelfer: Bei Veranstaltungen des
Tierschutzvereins.


FAQ: Tierheime in Berlin

Ist das Berliner Tierheim öffentlich zugänglich? Ja,
zu den Öffnungszeiten kann jeder das Tierheim besichtigen. Für die
Adoption selbst ist ein Termin empfehlenswert.

Wie lange muss ich auf einen Hund warten? Für
Senior-Hunde und Mischlingshunde meist keine Wartezeit. Für Welpen oder
beliebte Rassen kann es Wochen dauern.

Kann ich dem Berliner Tierheim online spenden? Ja,
über die offizielle Website des Tierschutzvereins Berlin e. V.

Wie finde ich ein rassenspezifisches Tier in Berlin?
Über rassenspezifische Rettungsorganisationen (s. o.) oder durch direkte
Anfrage beim Berliner Tierheim, ob ein solches Tier aktuell verfügbar
ist.


Alle Berliner Tierheime und Tierschutzorganisationen im Überblick →
tierheimstern.de/tierheim/berlin